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28. - Mai

Bördesprint in Oschersleben oder Kupplung, die 2te

Am Pfingstsonntag, also dem fünfzigsten Tag nach Ostern, begeben sich die Zweiradjünger Smoke und der heilige Sebastian nach Oschersleben in der Börde, um die equipe37 beim Bördesprint am Pfingsmontag zu unterstützen. Treffpunkt Oschersleben Hauptbahnhof: die Fahrer Axel und FloR1 treffen mit Teambus und Wohnwagen ein. Kurzer wilder Ritt im Caravan zum Motopark, dann erst mal die Formalien erledigen. Noch ist das Wetter gut.

Die Anreise erfolgte relativ spät, so dass die für den Bördesprint reservierten Boxen schon alle belegt sind. Dafür kommen wir ganz unspektakulär in einer Box des am gleichen Wochenende laufenden Dacia-Logan-Cup unter. Dank sei dem Team Skrotzki, das uns mit offenen Armen empfängt und - da wir am Montagmorgen zuerst mit Training und Rennen dran sind, bevor der Cup losgeht (ebenfalls 4 Stunden) - bereitwillig die vordere Hälfte der Box überlässt.

Wir lassen die Nacht mit einigen Steaks und Grillwürsten ausklingen (FloR1: "Ich habe einen Gasgrill, der ist in 5 Minuten startbereit."); die technische Abnahme haben wir schon locker hinter uns gebracht.

Training

Heute soll die R 1 erstmals im Langstreckentrimm, also mit großem Tank mit Schnelltankanlage und Licht, ausgeführt werden. Das Rennen ist insoweit nur ein Training für die Speedweek. Es sollen gegebenenfalls noch Detailfragen, soweit sie überhaupt aufkommen, geklärt werden.

Das Wetter ist durchwachsen: die Strecke weder trocken noch richtig nass; die Reifenfrage muss erst mal offen bleiben.

Da der Bördesprint nur eine Tagesveranstaltung - besser noch eine Halbtagesveranstaltung - ist, gibt es nur 60 Minuten Training. Die kann die equipe37 allerdings nicht mal komplett in Anspruch nehmen, weil die Kupplung rutscht. Zwar war diese nach den Problemen in Hengelo getauscht worden; aber entweder gab es einen Materialfehler oder beim Zusammenbau ist etwas schiefgelaufen.

Also Kupplungsdeckel ab, Kupplungsscheiben raus, begutachtet und wieder rein. Kupplungsdeckel drauf: ein Kapitel für sich. Es bedarf im Normalfall einiger Montageversuche, bis der Ausrückhebel im richtigen Winkel positioniert ist. De Chefmonteur SMOKE, nur hydraulisch betätigte Trockenkupplungen gewöhnt, hat Zwangspause. Glücklicherweise ist aber Armin, R-6-Fahrer und Golfer mit exzellentem Handicap, auf dem Weg zu einem Familiengeburtstag am frühen Morgen eingetrudelt und übernimmt die Sache federführend in die Hand. Zusammen mit Axel, der unter Missachtung der equipe37-Regel Nr. 1 ("Ihr seid die Fahrer, Ihr fahrt bloß und habt in der Box ansonsten nix verloren.") diverse Funktionsversuche unternimmt. Mal trennt die Kupplung gar nicht, mal rutscht sie auch ohne Betätigung des Kupplungshebels. Die Innereien der Kupplung können die Beteiligten, zwischenzeitlich von der langstreckentypischen Hektik erfasst, aber noch ohne cholerische Ausraster, im Schlaf zusammenstecken. Leider sagen uns die Traumbilder nicht, wie der verfluchte Ausrückhebel eingestellt werden muss. Die Markierung am unteren Ende ist dabei allenfalls ein Muster ohne Wert.

Rennen

Es bedarf sicher keiner Erwähnung, dass das Training längst vorbei ist und die equipe 37 auf dem glorreichen letzten Startplatz steht. Bzw. gestanden hätte, denn jetzt ist schon 20 nach zehn, das Rennen läuft und wir gehen mit 10 Runden Rückstand auf die Piste. Das Wetter ist zwischenzeitlich eindeutig mies; die Moppeds draußen auf der Piste ziehen auf der Start- und Zielgeraden eine Gischtschleppe hinter sich her. Die idealen Bedingungen für unsere Spa- und Isle of Man-Spezialisten. Die Kupplung rutscht zwar immer noch leicht durch bei maxrpm, aber die durch die nasse Strecke leicht zurückgenommene Gashand beim Beschleunigen lässt das Problem nicht so sehr zum Tragen kommen.

Die Boxenstopps sind Routine (an dieser Stelle erneut Dank dem Team Skrotzki, das uns mit einer Tankanlage aushilft), die Fahrer schießen sich ein, die Rundenzeiten werden kleiner, die equipe37 pflügt durch's Feld. Die Ideallinie trocknet zwischendurch ab, aber richtig trocken wird es nie. Die Regenreifen halten klaglos über 4 Stunden.

Armin und Smoke halten abwechselnd Wache an der Boxenmauer, müssen aber nur Rundenzeiten notieren und keine außerordentlichen Geschehnisse. Diese "Ruhe" erlaubt einen Blick auf die Buell- und Superduke-Truppen, die zwar nicht unbedingt rasend schnell, aber auf alle Fälle hörbar vorbeikommen.

Letztendlich holen Axel und FloR1 einige Runden zurück und landen auf dem 33. Platz.

Fazit

Die Kupplung wird zum Dauerbrenner. Und am nächsten Freitag geht es schon nach Oostende zum 3 Landen Cup! Aber immerhin: die Fahrer sind doch noch zum Fahren gekommen und einige Detailfragen sind aufgekommen.

Die muss ich noch schnell in einer E-Mail zusammenfassen und Axel schicken, damit er sie auf die To-Do-Liste nehmen kann.

P.S.: Schrauber in spe Sebastian hatte am Abend wohl einige Biere zuviel. Pünktlich zum Zieleinlauf ist er aber dann doch noch erschienen.

 

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