Speedweek Oschersleben 2008 - short version - by interims-team-manager Smoke

Auch in diesem Jahr war die equipe37 wieder in Oschersleben mit von der Partie. Allerdings gab es einige wesentliche Änderungen, die sich erheblich auswirken sollten.

Zunächst einmal hatten die Veranstalter nach zehn verlustbringenden 24-h-Rennen die Reißleine gezogen und für die 11. Speedweek ein 8-h-Rennen ausgeschrieben. Das klang für alle Beteiligten in unserer Truppe nicht so sehr attraktiv. Für die 24 Stunden in Barcelona reichte allerdings das Budget nicht, so dass wir letztlich doch entschieden, in der Börde zu fahren.

Eine weitere Abweichung vom Procedere der letzten Jahre lag in der Tatsache begründet, dass die equipe37 (nach Timo, dem Sohn von Marieke und MaTThijs) erneut Nachwuchs bekommen hat: Emilia, Tochter der stolzen Eltern Tati und Axel. Emilia wurde am Dienstag um 0:27 Uhr Teammitglied und verhinderte so die Teilnahme ihres Vaters, sowohl als Fahrer als auch als Teamchef.

Fahren wird statt dessen Bernd Scheeder; die Organisation soll ich übernehmen.

In chronologischer Abfolge:

Dienstag, 05.08.

Mitten in der Nacht fahren Carsten und Max mit dem Teambus sowie dem Eigenbauhänger von Bernd „Besche“ Scheeder, der Axel würdig vertreten sollte, in der Roßdorfer Teamzentrale los. Der Autor dieser Zeilen hatte es dagegen etwas einfacher, da er – von Berlin kommend – wie jedes Jahr die kürzeste Anreise hatte.

In Oschersleben haben wir dann zunächst die Box heimelig eingerichtet (in Abstimmung mit dem zweiten Team, Moto Box Krämer, wurde auch Teppichboden verlegt) und diverse Team- und Schlafzelte aufgestellt. Gerade letzteres war als Reminiszenz an unser erstes 24-h-Rennen in Magny Cours zu sehen, wo wir auch auf Rot-Kreuz-Feldbetten nächtigten.

Wir haben noch verschiedene bürokratische Schritte umternommen (Einschreibung etc.), dann waren wir bereit.

Abends kam Besche an, er brachte den Profi-Zeitnahmestand vom Team Wacker mit. Und auch FloR1 war nun anwesend.

Mittwoch, 06.08.

Eintreffen von MaTThijs und Marieke sowie Feiko; rechtzeitig vor Beginn des offiziellen Tagesprogramms.

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Heute war freies Heizen angesagt; vier mal 30 Minuten. Leider litt die doch sehr ausgedünnte Boxencrew unter schwerwiegenden Informationsmängeln, die sich - hochnotpeinlich in Anbetracht der Tatsache, dass wir gleich zwei „Gast-“ Fahrer an Bord hatten - u. a. darin zeigten, dass Besche gleich zu Beginn den Öleinfüllstutzen verlor. So ging es dann mehr oder wenig den ganzen Tag weiter. Aber immerhin, am Ende des Tages sind alle drei Zeiten gefahren, mit denen sie sehr zufrieden waren. Das galt natürlich insbesondere für Besche, der erstmals mit einer R 1 und erstmals auf Contis unterwegs war.

Für mich als unfreiwilligen Vertreter meines Bruders Axel war allerdings den ganzen Tag Rumrennerei angesagt und ich war mit tausenden von Fragen konfrontiert, von denen ich keine einzige beantworten konnte.

Am Abend kamen schließlich David und Laurens, so dass die Holland-Fraktion vollständig war.

Donnerstag, 07.08.

Nach der Fahrerbesprechung ging es direkt zum ersten freien Training. Abgesehen von auffallend vielen technischen Gebrechen am Motorrad war insbesondere anzumerken, dass Besche und FloR1 ihre Zeiten vom Vortag nicht mehr annähernd erreichten. Das blieb auch so bis ins Nachttraining hinein. Zwar waren wir qualifiziert, aber die gewertete Durchschnittszeit aller drei Fahrer war weit hinter dem, was gerade Besche und FloR1 von sich selbst erwartet hätten.

Auch heute klingelt wieder ununterbrochen mein Handy und alle Teammtiglieder bestürmen mich mit Fragen, Hinweisen, Kritik und Vorschlägen. Ich bin in Katastrophenstimmung.

Es erscheint die Heppenheimer Stammcrew: Unhold, Uwe, Michel sowie Neumitglied Markus. Letzterer wurde angeworben von Uwe; und genau diese beiden wollten auch an der Stoppuhr gemeinsam ihren Mann stehen.

Außerdem reisen Nail und Mischar an, die heuer ausschließlich für die Sponsor-Betreuung zuständig sind und jede Menge PR-Material mitbringen – von der Visitenkarte bis zum Großbanner. Damit werden Box und VIP-Lounge professionell verschönert.

Und Wolf, der Mann für die Spezialeinsätze, trifft ein. Er wird im Verlauf dieses Wochenendes noch hunderte von Kilometern fahren, um diverse Ersatzteile, Werkzeuge, Kabelbinder und Fressalien einzukaufen.

Freitag, 08.08.

Letztes Qualifikationstraining. Eine Zeitenverbesserung ergibt sich nicht; FloR1 quält sich mit Selbstzweifeln. Der Nachmittag soll - bis zum Pit Walk - für Radwechseltraining verwendet werden. Unsere Mechaniker habe aber alle Hände voll zu tun, um tausend Kleinigkeiten in Ordnung zu bringen. Daneben wird auch nochmal an den Radaufhängungen gefeilt, um die Radwechsel zu beschleunigen.

Derweilen reisen Alex, Pia sowie Nena und Mona, die Töchter von Besche, an. Pia sieht mir gleich an, dass ich völlig entnerevt bin und empfiehlt Johanniskraut und Baldrian. Soweit ist es also schon gekommen!

Nach dem Pit Walk geht es sofort weiter für die Schrauber. Irgendwann in der Nacht ist das Motorrad dann aber glücklicherweise einsatzbereit.

Samstag, 09.08.

Nach dem Warm-Up dann der Hinweis des technischen Chefkommissars, der Umbau der Hinterachse bzw. Hinterradschwinge sei illegal. Die Frage von MaTThijs an mich „als Teamjurist“, ob das stimme, muss ich lieder mit ja beantworten. Auch dass die Umbauten bei der technischen Abnahme nicht bemängelt wurden, hilft uns nicht weiter. Also wieder Einsatz der Mechaniker-Crew: alles in Originalzustand versetzen. Was wird das für die Boxenstopps beedeuten?

Am Vorstart dann die nächste Hiobsbotschaft: der Generator, der die Reifenwärmer mit Strom versorgen soll, funktioniert nicht mehr. Kurz vor Hengelo erst gekauft und dort auch auf Herz und Nieren geprüft!

Also muss Startfahrer MaTThijs mit kalten Reifen losfahren. Das hindert ihn aber nicht daran, kontinuierlich mit guten Rundenzeiten nach vorne zu fahren.

Die Fahrer- und Reifenwechsel nebst Druckbetankung der R 1 klappen hervorragend. Tanken muss nun Unhold, da der ursprünglich für diese Position vorgesehene Carsten sich unsicher fühlt ob der vielen Liter Sprit, die er am Mittwoch über den glühendheißen Motor verteilte. Sorry, Peter! Aber Du warst wirlich der einzige, der für diesen Platz geeignet war; und ich glaube, du weißt das auch.

Um bei 8 Stunden einen Stopp einzusparen, hat David Turns von ca. 1:07 h festgelegt. Der vierte Stopp ist dabei der einzige „große“: mit Radwechsel vorne und hinten. Da bis dahin über viereinhalb Stunden alles bestens gelaufen ist, fast zu gut, um ehrlich zu sein, musste natürlich was passieren: die Montageständeraufnahme an der Hinterradschwinge reißt ab! Mit zwei Dreibeinen können wir improvisieren; das Tanken wird dann allerdings in der Hektik vorgenommen an einem Motorrad, das nur auf dem vorderen Montagebock steht!?

Für den letzten Hinterradwechsel wird Besches Montageständer (eigentlich für vorne gedacht) umgebaut, so dass Michel, der traditionell am Hinterrad arbeitet, wieder mit hinreichender Technik ausgestattet ist. Bei dieser Gelegenheit sei angemerkt, dass „Don Perfecto“ auch unter erschwerten Bedingungen einen Bombenjob ablieferte und das Hinterrad wechselte wie nichts!

Nach dieser kurzen Aufregung geht alles seinen Gang. Pia hat als Physiotherapeutin im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun; Uwe leidet unter einer Migräne, die sich später als Ingwer-Allergie herausstellen sollte. Aber er und Markus bleiben trotzdem auf Posten und erledigen ihre Arbeit zur besten Zufriedenheit.

Auch die Gespräche mit unseren VIP-Gästen sind sehr interessant; auch ihnen macht es großen Spaß, dabei zu sein.

Dann geht das Rennen einigermaßen unspektakulär zu Ende. Die Erleichterung, die man nach 24 Stunden spürt, fehlt. Man ist noch einigermaßen fit, uns steckt keine durchwachte Nacht in den Knochen.

Trotz aller kleinen Probleme und Problemchen: ein 8-h-Rennen zu überstehen, ist kein besonders großes Abenteuer!

Sonntag, 10.08.

Michel muss als erster los, da eine Auslandsreise für seine Firma ansteht. Auch sonst fährt einer nach dem anderen. Zwischenzeitlich sind der Transit und der Anhänger beladen, so dass Carsten und Max wieder auf Reisen gehen können. Es ist wohl nur eine kleine Anekdote am Rande, dass an MaTTHijs’ Wohnwagen und an Besches Trailer auf der Heimfahrt auch noch diverse Schäden zu beklagen sind und so ein „Schrauber-„ Wochenende perfekt abrunden.

Wolf bietet mir an, mich nach Magdeburg an den Bahnhof zu bringen. Es regnet in Strömen; wir haben mit dem Wetter also gestern wirklich Glück gehabt. Mich überkommt eine Melancholie, als ginge ein Urlaub zu Ende.

2009

Vielleicht 24 Stunden von Barcelona? Oder der Bördesprint, der (ohne WM-Status) wieder als 24-h-Rennen ausgetragen werden soll? Wäre super; aber als Teamchef muss ich dann hoffentlich nicht mehr antreten.

Zu stressig!

 

 

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