37ste Snelheidsprijs van de Noordzee in Oostende

Bereits in unserem Bericht aus Hengelo hatten wir auf unsere Entscheidung aufmerksam gemacht, früher zu den Rennen anzureisen, um am Samstag das Training entspannter angehen zu können. Die Mechaniker Nail und Smoke haben für den ersten diesjährigen Auftritt in Belgien dieses System perfektioniert und sind gar bereits Donnerstags an die Nordsee gefahren. Nail fuhr den Team-Transit nach Köln, dort stieg Smoke zu und weiter ging’s nach Oostende. Dort wurden wir von den Nachfolgern des vriendelijk Hotelier Alain Derbaudrenghien empfangen, dem vriendelijk Hotelier Jo de Clercq und Gattin Wendeline. Letzere hatten das Hotel von Derbaudrenghien übernommen, der, wie wir erfahren mussten, verstorben war. Für uns zugleich das Ende einer kleinen Tradition. Aber im Hotel Primula hat sich nichts geändert: Zimmer mit dem Charme einer DDR-Jugendherberge, Dusche neben dem Fenster, Klo auf dem Gang. Auch das Frühstück gab es wieder, wenn es der Zeitplan des Rennens erforderte, in aller Herrgottsfrühe! Und das Kartenlesegerät funktioniert immer noch nicht. Aber die liquiden Mittel der Equipe sind ja bekanntermaßen unbegrenzt - oder zumindest liegt das Hotel Primula innerhalb dieser Grenzen.

Cultuur

Am Freitag sind die beiden Mechaniker nach ausgiebigem Genuss von Labbertoast und Rosinenbrioche zum Fort Napoeleon gereist, einer -wie der Name andeutet - von Napoleon Bonaparte in Auftrag gegebenen, zu seinen Regierungszeiten allerdings nicht mehr fertiggestellten, Küstenfestung als Teil eines Verteidigungssystems, das Oostende vor einer Invasion der Engländer schützen sollte.

Nach diesem für die Equipe37 typischen Ausflug in die Hochkultur ging es ins Fahrerlager, wo es am frühen Nachmittag noch reichlich Platz gab. Wir suchten ein Stück Asphalt mit Stromanschluss und Bauzaun, denn wir hatten aufgrund des bekannten Engpasses bei den liquiden Mitteln wieder mal nur einen Schönwetterpavillon dabei. Der wurde am Bauzaun und am Transit befestigt, anschließend aufs Wohnlichste eingerichtet (Nail hatte sein mobiles Solarium dabei, mit dem er sich fortan dem Lauf der Sonne folgend durch das Fahrerlager bewegte).

Am Abend reiste dann Axel an, nahm die Vorarbeiten des Teams ab und zurück ging es ins Hotel. Wir nahmen im Strandhuis noch einen gepflegten Drink zu uns, schauten, da es im Hotelfernseher weder arte noch 3sat gab, auf BBC „Friday night with Jonathan Ross“ an und betteten uns sodann zur Ruhe.

Trainingen

Das Training ging bei hervorragendem Wetter über die Bühne, was wie immer dazu führte, dass Nail wieder die ganze Arbeit verrichten musste, weil es Smoke zu warm war. Axel erstmals mit der neuen R 1 in Oostende unterwegs und staunte nicht schlecht, als er gleich zu Anfang bemerkte, dass die Start- und Zielgerade nach einer Streckenänderung erheblich kürzer war als früher und dann in einer 90-Grad-Links zwischen die Lagerhallen führte. Da Axel aber nicht nur die IRRC fuhr, sondern auch für die Internationale belgische Superbikemeisterschaft gemeldet hatte, gab es für ihn ja genügend Traniningsmöglichkeiten.

Da unser Fahrer eine weiche Bremse bemängelte, wurden zunächst die Beläge gewechselt und die Bremse entlüftet. Geholfen hat das nicht, denn die rechte Bremszange wies außen Schleifspuren der Scheibe auf - diese lief also nicht zentrisch in der Mitte, sondern zu weit rechts in der Zange. Kurz entschlossen wurden die Scheiben vom Regenrad montiert, was aber gar nichts brachte. Jetzt wurden die Scheiben wieder auf dem Regenrad montiert und der Regenreifen gegen einen Trockengummi getauscht. Damit ging es ins erste Rennen.

Wedstrijden

Der erste Lauf zur belgischen Meisterschaft war zugleich der Schlussakkord des Samstags. Und die Improvisation der Helfer sowie das Training von Axel sollten sich auszahlen: Axel holte in einem mit äußerst harten Bandagen geführten Wettkampf in der bekanntermaßen exquisit besetzten Meisterschaft (Danny Lanoo und Victor Gilmore) als Gastfahrer sogleich Punkte!

Diesen Erfolg feierte die Equipe - wieder einer guten Tradition folgend – im Restaurant Sun Beach mit Blick auf die Noordzee und Sonnenuntergang bei einer guten fiske-platen, als Entrée natürlich Austern.

Zondag

Am Sonntag wurden wir durch Regengeplätscher geweckt. Nicht viel, aber Regenrennen standen im Raum. Wir frühstückten zunächst, wobei uns Jo mit launigen Geschichten aus seinem Rallye-Escort erfreute, checkten aus und fuhren ins Fahrerlager. Da der erste Lauf zur IRRC erst relativ spät angesetzt war und sich darüberhinaus der ganze Zeitplan ohnehin verschoben hatte, ließen wir zunächst die Sommerbereifung auf der R 1; alle Einheimischen kündigten schließlich eine Wetterbesserung an! Das Schrauberteam hatte - mangels holländischer Unterstützung aus sich alleine gestellt - hochakademisch und zweifeslfrei analysiert, dass auf der (originalen!) Felge der Bremsscheibensitz nicht mit dem richtigen Maß abgefräst war und die Scheibe daher zu weit außen saß. Die Felge wurde aussortiert. Nun fehlte uns allerdings ein Vorderrad zum Wechseln!

Als die IRRC dann zum Vorstart gerufen wurde, fiel nach einem Blick in den Himmel die einstimmige Entscheidung, auf Regenreifen zu wechseln. Nail machte sich todesmutig durch strömenden Regen auf den Weg zum Renndienst, wo allerdings aufgrund eines Stromausfalls nichts lief. So verpasste Axel, der aufgrund seiner road racing experience für Regenrennen besser gewappnet ist als kaum sonst ein Teilnehmer, tatsächlich den ersten Lauf zur IRRC. Ärgerlich für ihn und die Nationenwertung. Später wurde dann doch noch ein Regenreifen montiert, so dass der zweite Lauf zur belgsichen Meisterschaft in Angriff genommen werden konnte. Nun hatten aber die anderen Fahrer einen Erfahrungsvorsprung auf der nassen Piste, so dass es für die Equipe nicht ganz so gut lief wie am Tag zuvor. Aber immerhin, Axel fuhr wieder!

In der Mittagspause kam dann die Sonne raus, zwar zunächst sehr zögerlich, aber immerhin. Der Seewind tat sein Übriges dazu, dass die Stecke zunehmend abtrocknete. Also machte sich Nail wieder auf den Weg zum Renndienst, der dieses Mal zwar Strom zu bieten hatte, allerdings wegen eines Kompressordefektes wieder tatenlos bleiben musste. Gary Dalzell als alter Enduro-Fahrer wurde sehsüchtig vermisst. Der wechselt Reifen mit 2 Schraubenziehern. Schließlich fand sich aber ein Rennteam mit Montagegerät, so dass gerade noch rechtzeitig das Vorderrad eingesteckt werden konnte, nur für den Reifenwärmer blieb keine Zeit. Nach durchwachsener Fahrt holte Axel doch noch 8 Punkte für die Gesamtwertung.

Füreine große Abschiedsfeier blieb leider keine Zeit, da alle wieder zurück mussten, um am Montag liquide Mittel für die Motorradrennerei herbeizuschaffen. Also wurde in aller Schnelle gepackt und dann ging es unter Missachtung sämtlicher belgischer Verkehrsregeln zurück nach Duitsland. Dort kamen letztlich alle wohlbehalten an. Für die Equipe37 kommt jetzt eine längere Pause, die auch genutzt werden soll, um die R 1 wieder optisch aufzufrischen und das gesamte Equipment zu sichten und zu sortieren. Danach geht es (vom 23. bis zum 25. Juli wieder nach Belgien. Dann heißt das Ziel Chimay, wo es keinen Fisch, aber leckeres Trappistenbier gibt.

 

 

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