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4. Lauf zur IRRC auf dem Schleizer Dreieck

Zur Zeit geht es Schlag auf Schlag: Nach dem Rennen in Chimay blieben der Equipe37 zwei Wochen, um das Einsatzmotorrad für das Langstreckenrennen bei der German Speedweek vorzubereiten; danach nochmal zwei Wochen, um die Kampfspuren des 8-h-Rennens zu beseitigen, bevor es nach Schleiz ging. Dort wurde der Saisonabschluss der Thüringer Motorradmeisterschaft ausgetragen. Auch diese Veranstaltung ist erstmals in die International Road Racing Championship eingebunden. So war es auch für Fahrer Axel ein Novum, dort zu fahren.

Freitag

Durch die Arbeit leicht gestresst bis genervt reisen Fahrer Axel und Helfer Smoke an (keiner der beiden hatte die Möglichkeit, den Freitag frei zu nehmen); lediglich Mechaniker „Don Perfecto“ Michel ist äußerst entspannt. Zunächst wird die Ferienwohnung okkupiert, die in unmittelbarer Nähe der Rennstrecke und gleich neben dem Hotel „Luginsland“ liegt; Letzteres sollte sich noch als äußerst vorteilhaft erweisen.

Aufs Freundlichste empfangen von unserem Gastgeber richten wir uns häuslich ein und laufen dann auf Empfehlung in das bereits angesprochene benachbarte Hotel, wo wir zu später Stunde noch Thüringer Spezialitäten zu uns nehmen wollen. In der Gaststätte treffen wir auf Gäste des MSC Frohburg, Ducati-(Renn-)Fahrer und den Reifenmonteur vom Bridgestone-Rennservice. Wir sind vollauf zufrieden, fühlen uns wohl und auch das Essen schmeckt sehr, sehr lecker. Axel bringt bei der netten Kellnerin auch in Erfahrung, dass das Frühstücksbuffet ab 06:45 Uhr geöffnet ist und gegen einen kleinen Obulus auch uns zur Verfügung steht.

Also ist am Samstag um halb sechs Aufstehen und Körperpflege angesagt: Wir wollen pünktlich beim Frühstück sein, um rechtzeitig ins Fahrerlager zu Fahrerbesprechung und erstem Training zu kommen.

Samstag

Leicht verschlafen entern wir das Frühstücksbuffet und stärken uns für den Trainingstag. Zunächst suchen wir uns im Fahrerlager einen Platz und stellen unseren Pavillon auf. Wie wir später feststellen sollten, handelte es sich um das alte Fahrerlager, dass heute - aufgrund einer Streckenverkürzung - nicht mehr direkt an der Start- und Zielgeraden liegt. Um dorthin zu gelangen, ist man daher geraume Zeit unterwegs (was selbst für die Fahrer mit ihren Maschinen gilt). Im Start-/Zielbereich ist auch noch mal ein Fahrerlager angelegt worden, wo allerdings kaum ein Teilnehmer sich häuslich niedergelassen hat. Das Wetter ist nicht schlecht: kühl (Michel würde sagen: arktisch kalt), aber die Sonne kommt hin und wieder raus. Axel hat - um die Strecke kennenlernen zu können - ein freies Renntraining gebucht, das relativ schlecht organisiert über die Bühne geht, so dass nicht allzu viel Zeit zum Runden drehen übrigbleibt. Aber besser als nichts war das trotzdem auf alle Fälle. Denn die zwei Trainings für die Teilnehmer der IRRC wären definitiv nicht ausreichend gewesen.

So wird Axel Runde für Runde schneller, lernt die für ihn neue Strecke kennen und fühlt sich zunehmend wohl. Zunehmend problematisch ist allerdings das Wetter: es ist immer nur für Minuten richtig nass oder absolut trocken! Sonne und Wind auf der einen, schwarze Wolken und Regenschauer auf der anderen Seite führen dazu, dass die Bedingungen sich sogar innerhalb eines gerade mal 20-minütigen Trainings mehrfach ändern! Da das Fahrerlager aber so weit ab vom Schuss ist, ist ein Reifenwechsel zwischendurch nicht drin. Axel fordert deshalb von seinen Helfern, organisatorische Maßnahmen zu treffen, die am Sonntag die professionelle Abwicklung der beiden Läufe zur IRRC sichern sollen.

Am Ende des Tages werden aber - in der unerschütterlichen Hoffnung auf einen SONNtag - erst noch mal Trockenreifen montiert. Danach geht es wieder ins Hotel „Luginsland“, wo wir ja bereits wohlbekannt und beliebt sind. Ob dies dem Benehmen der Teammitglieder oder den großzügigen Trinkgeldern geschuldet ist, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden.

Für Rennwochenenden relativ früh bettet sich die Equipe sodann zur Ruhe.

Sonntag

Der Sonntagmorgen empfängt uns mit Nieselregen. Axel findet das nicht schlecht, ist er doch durch seine Erfahrungen bei der TT und den irischen Road Races der geborene Regenfahrer. So geht es zum zweiten Mal zum Frühstück. Anschließend wird aus der FeWo ausgecheckt und dann geht’s wieder zur Strecke.

Dort bricht 20 Minuten vor dem ersten Lauf zur IRRC der Teampavillon unter den orkanartigen Böen zusammen. Jetzt muss improvisiert werden, damit die Mannschaft überhaupt noch ein Dach über dem Kopf hat. Michel schießt Beweisfotos, damit belegt werden kann, dass der Stellplatz der Equipe37 der ärmlichste im ganzen Paddock war!

Dann ist zu klären, wie ein möglicherweise erforderlicher Reifenwechsel bewerkstelligt wer-den kann. Die Equipe kommt nicht umhin - wie alle anderen aus dem oberen Fahrerlager auch -, Reifen, Montageböcke, Werkzeug und Reifenwärmer zur Boxengasse zu schleppen. Dort angekommen, stellt sich zunächst heraus, dass alle Steckdosen belegt sind. Ein freundliches BMW-Team hat noch Platz in einer Mehrfachsteckdose. Aufgrund des Zeitverzugs, den der Veranstalter durch den Tag schleppt, ist auf den Ablaufplan kein Verlass mehr: kaum angekommen, werden die Fahrer auch schon zum Vorstart bestellt. In diesem Chaos verpassen es die Mechaniker, die Reifen auf dem Startplatz ordnungsgemäß aufzuwärmen. Das ist umso ärgerlicher (und gefährlicher), weil ein wiederholter Stromausfall im Fahrerlager zuvor schon dazu geführt hatte, dass die R 1 bereits mit kalten Reifen in den Parc fermé gebracht worden war.

Die Außentemperaturen von ca 12 – 13 ºC und der eisige Wind taten ein Übriges: Axel fand kein Vertrauen zu den Reifen und fuhr rundenlang sehr verhalten, um nach dem verlustreichen Wochenende in Oschersleben nicht noch mehr Schäden zu verursachen. Das gelang zwar, aber das Rennen verlief ganz und gar unbefriedigend für den Teamchef und Fahrer in Personalunion.

Es schloss sich eine längere Pause an, die zum Plaudern mit anderen Teams und zum Verzehr diverser Thüringer Grillkunstwerke genutzt wurde. Anschließend ging es zum zweiten Rennen der IRRC, das zugleich für uns auch den Abschluss des Rennwochenendes darstellte. Dort lief es schon erheblich besser: zu guter Letzt standen 1:38er Runden auf der Uhr! So holte Axel wieder 13 wichtige Punkte an diesem Tag für die Fahrer- und für die Nationenwertung. Es bedarf natürlich keiner Erwähnung, dass die Regenreifen an diesem Tag zwar über Stock und Stein und bergauf, bergab durch’s halbe Vogtland geschleppt wurden, ohne dass man sie am Ende gebraucht hätte! Aber jetzt wissen wir, dass wir unsere (hoffentlich stabileren) Zelte nächstes Jahr direkt an der Boxengasse aufschlagen werden, wo die Vorbereitungsphasen einfacher zu managen sind.

Jetzt steht noch der Saisonabschluss der IRRC und für die Equipe37 gleichermaßen an: In Frohburg beim 48. Frohburger Dreieckrennen und der Joey Dunlop Open. Dort wird die Equipe erstmals mit 3 Maschinen und 3 Fahrern (FloR1, Andy und Axel) dabei sein. Man darf gespannt sein auf die logistische Herausforderung und auch auf das Ergebnis des teaminternen Duells. Es ist nicht bekannt, ob eine Teamorder zugunsten des Teamchefs Axel existiert; nach Frohburg wissen wir mehr und werden Anfang Oktober an dieser Stelle bekanntgeben, ob auch in der IRRC Ferrari-Methoden zur Anwendung kommen!

 

Archiv

Ältere Texte können Sie hier lesen:

Letztes Rennen für den 3-Landen-Cup in Frohburg

Oscherleben 2007 - Bericht aus dem Tagebuch eines Teammanagers.

Bericht über den poedersnelblusser von Oostende.

Die vriendelijk dokters en ziekenverpleegsters in Hengelo

Smokes Bericht über unseren Start beim Bördesprint in Oschersleben.

FloR1an über den Bördesprint

1. Rollout in Oschersleben am 21. und 22. April

Speedweek 2008 in Oschersleben

Bördesprint 2009

Tourist Tropy 2009

Hengelo 2010

Oostende 2010

Chimay 2010